Champagner oder Winzersekt zum Festmenü?

Veröffentlicht: 2021-12-16 11:50:39
Kategorien: AKTUELLES

Champagner oder Winzersekt zum Festmenü?

Die Deutschen lieben Schaumwein

Schaumwein in all seinen prickelnden Facetten als Champagner, Winzersekt, Cava, Crémant, Prosecco, Sekt und Co., davon tranken die Deutschen laut statistischem Bundesamt im Jahr 2020 durchschnittlich 3,3 Liter pro Kopf (zu zusätzlichen 20,7 Litern Stillwein und 94,6 Litern Bier). Obwohl die Schaumweinmenge im Verhältnis zu den anderen alkoholischen Getränken niedrig erscheint, sind wir Deutschen Weltmeister im Pro-Kopf-Konsum – und offensichtlich Trendsetter. Denn international erfreuen sich die perlenden Getränke seit Jahren an einem steigenden Absatz.

Aber was bedeuten schon Zahlen, wenn es hauptsächlich auf den Geschmack und die Qualität ankommt?! Champagner steht mit seinem Image und seiner Qualität zweifelsohne für den luxuriösesten Schaumwein weltweit. Sein Preis ist – insbesondere bei bekannten Champagnermarken – entsprechend hoch. Wer am Budget, nicht jedoch an der Qualität sparen und gleichzeitig für regionale Anbieter eine Lanze brechen möchte, kann auf hervorragende Alternativen in Form von Deutschem Winzersekt ausweichen. Dieser wird wie Champagner nach traditioneller Methode in der Flasche vergoren und erzielt in internationalen Wettbewerben teilweise sogar mehr Punkte als das französische Pendant aus der Champagne.

Was bedeutet „traditionelle Flaschengärung“?

Grundlage für jeden Schaumwein sind ausgewählte Weine, die durch Zusatz von Hefe und Zucker ein zweites Mal vergoren werden. Bei der Methode der traditionellen Flaschengärung erfolgen der zweite Gärvorgang, das Rütteln (Drehen und langsame Aufrichten der Flasche), das Degorgieren (Entfernen des Hefepfropfens) und der Verkauf in ein und derselben Flasche.

Diese Methode ist die ursprünglichste und wird deshalb „traditionelle Flaschengärung“ genannt. Sie ist bei Champagner und für deutschen Winzersekt Pflicht. Die anderen Verfahren der Schaumweinherstellung (Flaschengärung im Transvasierverfahren und Charmat-Verfahren) dürfen für diese beiden Bezeichnungen nicht angewandt werden.

Winzersekt entdecken

Um einen Winzersekt als solchen betiteln zu dürfen, müssen die Trauben aus der eigenen Erzeugung stammen, die Weine zur zweiten Gärung mindestens neun Monate auf der Feinhefe im Keller in der Flasche reifen, bevor sie im Weingut degorgiert werden, und der Sekt muss nach traditioneller Methode in der Flasche vergoren worden sein. Für die feine Auswahl der Grundweine aus bestimmten Anbaugebieten ist der Winzer verantwortlich. Ob er sich für eine Cuvée entscheidet oder für eine einzelne Rebsorte, beeinflusst den Geschmack. So wie auch der Jahrgang und die Weinbergslagen, aus denen die Trauben stammen. Champagner wird überwiegend aus den Rebsorten Chardonnay, Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Pinot Noir (Spätburgunder) erzeugt. Doch auch dort gilt: Ob und welche Cuvée, das entscheidet der Kellermeister.

Bei deutschen Winzersekten ist die Rebsortenauswahl abhängig von den in der Region zugelassenen Sorten. Es gibt beispielsweise herausragende Riesling-, Pinot- oder Chardonnay-Sekte, ebenso wie himmlische Winzersekte aus Cuvées.

Eine Spezialität in Deutschland ist Winzersekt aus der Rebsorte Elbling, die überwiegend an der Mosel angebaut wird. Sie zählt zu den ältesten kultivierten Sorten in Europa. Aus ihren Trauben wird aufgrund der frischen Aromatik gerne Sekt erzeugt. Doch heutzutage bauen nur wenige Winzer diese Sorte noch reinsortig zu Sekt aus. Auch wenn Elbling an der Mosel zur drittstärksten Sorte in der Anbaufläche zählt: Der größte Traubenanteil geht an große Kellereien.

Den Charme eines Winzersektes macht seine Individualität aus. Die große Vielfalt der Rebsorten, die Unterschiedlichkeit der Anbaugebiete und Böden sowie die persönlichen Vorstellungen der Winzer verleihen jedem Winzersekt einen ganz eigenen Charakter. Machen Sie doch mal eine „Entdeckungsreise“ mit deutschen Winzersekten – Sie werden den Genuss als unglaublich spannend erleben und positiv beeindruckt sein.

 Winzersekt zu jeder Gelegenheit

Champagner und Winzersekt werden gerne bei Feierlichkeiten als Aperitif eingeschenkt. Doch sie sind mit ihrer Frische und Aromatik auch wunderbare Begleiter zu allen Gängen eines Menüs. Probieren Sie es mal aus! Die Geschmacksrichtung von Sekt reicht von brut nature, extra brut, brut, extra trocken, über trocken und halbtrocken bis hin zu mild, sodass Sie zu jedem Gang einen prickelnden Begleiter finden. Einzig bei scharfen Speisen sollten Sie vorsichtig sein, denn die Kohlensäure verstärkt die Schärfe geschmacklich. Wie wäre es beispielsweise mit einem Winzersekt zu gratinierter Jakobsmuschel, zu Kalbsmedaillons mit Champignons in Champagnersoße oder gebratenem Zander auf Champagner-Sauerkraut mit Sellerie-Püree. Den Champagner dürfen Sie beim Kochen (und Trinken) getrost durch Winzersekt ersetzen. Oder Sie probieren einen Rosé-Winzersekt zu Lammfilet an Rosmarinkartoffeln. Auch zu Desserts wie Zabaione harmoniert ein Winzersekt hervorragend.

 

Ein vielfältiges Aromenspiel bei richtiger Temperatur

Erst bei einer optimalen Serviertemperatur von 6-8 °C präsentiert Sekt (weiß und rosé) seine Aromen vollständig. Bei rotem Sekt findet dies bei ca. 8-10 °C statt. Für überraschenden Besuch, dem Sie Schaumwein anbieten möchten, sollten Sie also immer ein paar Flaschen Sekt perfekt gekühlt lagern. Dafür eignet sich beispielsweise der Eurocave Pure Weinklimaschrank Dreitemperatur, in dem Sie neben Sekt auch Weiß- und Rotweine perfekt temperiert bevorraten und bereithalten.

 

Mehr Informationen zu Sekt und Winzersekt:

https://www.deutscheweine.de/wissen/wein-mehr/winzersekt/

https://www.deutscher-sektverband.de

 

Text: Bettina Meister