Das perfekte Wine Tasting [WeinWissen von EuroCave]

Veröffentlicht: 2020-06-18 16:18:29
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Das perfekte Wine Tasting [WeinWissen von EuroCave]

Der ultimative Verkostungs-Guide

by Marshall Tilden III / @WineEnthusiast

Lassen Sie sich nicht von all den ausgefallenen Weinbeschreibungen oder den rauschenden und zischenden Geräuschen, die die Profis bei der Verkostung machen, einschüchtern. Folgen Sie einfach diesem Guide und glänzen Sie bei Ihrer nächsten Wine-Tasting.

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Der erste Eindruck zählt / Illustration von Ryan McAmis

Betrachten. Ähnlich wie bei einem Hellseher, der in eine Kristallkugel blickt, kann das Betrachten des Weins im Glas dazu beitragen, viel von dem vorherzusagen, was auf Nase und Gaumen zukommt. Die Farbe, Tiefe und Intensität eines Weins kann Einblick in sein Alter, seine Konzentration, seinen Geschmack und seinen allgemeinen Wein Stil geben.

Tipp: Weißweine gewinnen mit zunehmendem Alter an Farbe, während Rotweine an Farbe verlieren.

Alles aus dem Handgelenk / Illustration von Ryan McAmis

Schwenken. Das Schwenken ist ein wesentlicher Bestandteil, um den Wein atmen zu lassen und dem Sauerstoff zu erlauben ihn "zu öffnen". Diese verführerische Kunst entfaltet die Vielseitigkeit eines Weins und steigert die Intensität sowohl bei den jüngeren Weinen als auch bei den älteren Schätzen. Und es kommt noch besser: Wenn Sie es richtig machen, werden Sie Ihre Mitmenschen nicht nur beeindrucken, sondern möglicherweise sogar hypnotisieren.

Ganz der Nase nach / Illustration von Ryan McAmis

Riechen. Bei Weinen von mittlerer bis starker Intensität müssen Sie nicht ganz so tief ins Glas schauen, bei Weinen die anfangs noch zurückhaltender sind müssen Sie dagegen etwas genauer hin riechen. In diesem Fall kehren Sie zu Schritt Nr. 2 zurück und schwenken noch ein Bisschen.

Eine Frage des guten Geschmacks / Illustration von Ryan McAmis

Probieren. Es kann eine Weile dauern, bis ein Wein während des Verkostungsprozesses tatsächlich probiert wird, aber das Warten zahlt sich oft aus. Außerdem sollten die vorherigen Schritte schon eine gute Vorstellung davon vermittelt haben, wie der Wein tatsächlich am Gaumen schmeckt. Wenn Profis Wein verkosten, werden Sie vielleicht einige absurde und ungewohnte Geräusche bemerken, aber keine Panik, es gibt einen Grund dafür. Das Zischen, Rauschen und Schlucken sorgen dafür, dass der Wein den ganz Mundbereich umspült. So kann der Verkoster Süße, Säure und Tannine beurteilen und das gesamte Gaumenerlebnis bewerten. Zusätzliches Einatmen ermöglicht eine weitere Belüftung am Gaumen und hilft dem Geruchssystem, flüchtige Bestandteile zu erkennen und alle Eigenschaften des Weins zu erfassen. Hier unterscheidet man zwischen primären Merkmalen (Früchte, Blumen und Gewürze), sekundären Merkmalen (Eiche und gärungsbedingte Aromen) und tertiären Merkmalen (solche, die sich aus der Flaschenreifung ergeben, wie Pilze, Tabak und Nussigkeit), je nach Alter des Weins.

Das Beste kommt zum Schluss / Illustration von Ryan McAmis

Schmecken. Endspurt! Sie wollen endlich die finale Note des Weins genießen. Hierbei geht es nicht nur um die Unterscheidung der Merkmale, sondern viel mehr um die Bewertung des harmonischen Zusammenspiels. Wenn ein Wein ein überwältigendes Bedürfnis nach einem weiteren Schluck zurücklässt, wissen Sie, dass Sie einen Gewinner gefunden haben.

 

Ein letzter Tipp

Wenn ein junger Wein weitaus besser im Abgang ist als der Geschmack, den er am Gaumen erzeugt, sollte er wahrscheinlich noch eine Zeit lang gelagert werden.

 

Autor: Marschall Tilden III

Certifié spécialiste du vin par the Society of Wine Educators.

Illustrator: Ryan McAmis

Übersetzerin: Diana Litvinenko

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