Weinbelüfter vs Dekanter: Was ist besser?

Veröffentlicht: 2020-09-16 11:21:24
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Weinbelüfter vs Dekanter: Was ist besser?

Weinbelüfter vs Dekanter: Was ist besser? von Marschall Tilden III / @WeinEnthusiast

Während die Idee vom Belüften und Dekantieren von Wein recht ähnlich ist, gibt es einige bemerkenswerte Unterschiede zwischen den beiden Prozessen.

Beide haben das Ziel, den Wein zu durchlüften, d.h. ihn stärker mit Sauerstoff zu versorgen. Wenn Sie die Oberfläche des Weins ausdehnen, erhöhen Sie den Luftkontakt des Weins. Dadurch kann der Wein schneller intensive Aromen und Geschmacksnoten entwickeln.

Jedoch ist Vorsicht geboten: Die Belüftung eines einfachen Pinot Grigio wird ihn nicht in einen perfekt gealterten Montrachet verwandeln. Der Prozess der Belüftung oder der beschränkten Oxidation lässt einfach die potenziellen Komplexitäten und Nuancen eines Weins etwas schneller zum Vorschein kommen.

vinOair Weinbelüfter

Was ist also der Unterschied zwischen Belüften und Dekantieren? Beginnen wir mit den Weinbelüftern. In der Regel handelt es sich dabei um kleine Geräte, die entweder in oder auf die Flasche platziert oder von Hand gehalten werden. Bei einigen Variationen wird Luft in die Vorrichtung eingeleitet, durch die der Wein fließt, während andere den Wein durch verschiedene Ausgießöffnungen verteilen. Alle dienen jedoch dazu, den Wein während dem Ausschank stärker der Luft auszusetzen.

Diese Belüfter sind ideal für junge, kräftige und tanninhaltige Rotweine, die unmittelbar nach dem Öffnen einer Flasche etwas gedämpft (geschlossen) sein können oder deren Tannine das Gleichgewicht des Weins überlagern können. Eine der Hauptfunktionen der Belüftung ist das Aufweichen der Tannine, wodurch die Frucht und die Säure durchscheinen können. Nahezu jeder Wein wird von einer kleinen Belüftung profitieren.

Kurzer Tipp:
Weinbelüfter: Einsatz bei jungen Weinen, besonders bei reichhaltigen und tanninhaltigen Rotweinen.
Dekanter: Verwendung bei älteren Weinen und empfindlicheren Abfüllungen.

Ein Problem war sich allerdings ergibt ist, wenn im Wein Sedimente vorhanden sind. Zur Erinnerung: Unter Sediment versteht man die körnige Ablagerung von Feststoffen im Wein, die oft von Gärung und Heferesten (Trub) stammt. Bei den meisten jungen Weinen sind Sedimente kein Problem, sie sind nämlich eher in den älteren Flaschen vorhanden.

Das besagt Problem ist also, dass Sedimente Weinbelüfter verstopfen können. Dies kann den Weinfluss beeinträchtigen und möglicherweise zu einer unsauberen und unglücklichen Überlaufsituation führen.

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Deshalb ist ein Dekanter in der Regel die bevorzugte Lösung, um ältere Weine, die schon etwas länger im Keller standen, zu belüften. Wenn er langsam und richtig ausgegossen wird, kann der größte Teil der Weinsedimente in der Flasche verbleiben. Aus diesem Grund verwenden viele Sommeliers eine Kerze oder Taschenlampe, um das Glas während des Einschenkens zu beleuchten, so dass sie das Einschenken beenden können, sobald der Bodensatz den Hals erreicht hat. Auf diese Weise können Sie sicher sein, dass Sie nur den feinen Wein genießen und sich nicht an körnigem, festem Bodensatz verschlucken.

Die Kunst des Dekantierens von Wein ist eine altbewährte Tradition. Der Zeremonie zuzuschauen, wie ein gealterter Burgunder in eine wunderschön gearbeitete Kristallkaraffe fließt, trägt zu seinem Genuss bei.

Um es noch einmal zusammenzufassen: Die Faustregel ist einfach. Bei jungen, kräftigen und tanninhaltigen Weinen genügt ein Weinbelüfter. Bei älteren, empfindlicheren und zerbrechlicheren Selektionen schnappen Sie sich einen Dekanter und gehen Sie mit Vorsicht vor, da diese Weine möglicherweise ein wenig mehr Sorgfalt benötigen.

Profi-Tipp: Bei jungen Weinen, die so viel Sauerstoff wie möglich benötigen, verdoppeln Sie die Menge und belüften Sie den Wein direkt in den Dekanter. Vertrauen Sie uns, es funktioniert wirklich.

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